Kann das Spielen eines Übungsspiels helfen, Demenz zu bekämpfen?

Ein Übungsspiel kann helfen, Demenz zu bekämpfen?Das Training mit Dividat Senso verbessert die kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis und Orientierung bei Demenzkranken (Gutschrift: Dividat)

Kognitives motorisches Training hilft laut neuen Forschungen im Kampf gegen Alzheimer und Demenz.

Eine Demenzdiagnose stellt die Welt nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für seine Angehörigen auf den Kopf, da die Gehirnfunktion allmählich abnimmt. Die Betroffenen verlieren ihre Fähigkeit zu planen, sich an Dinge zu erinnern oder sich angemessen zu verhalten. Zur gleichen Zeit auch ihre motorischen Fähigkeiten verschlechtern. Letztendlich sind Demenzkranke nicht mehr in der Lage, das tägliche Leben alleine zu bewältigen und benötigen eine umfassende Betreuung.

"Es wird seit einiger Zeit vermutet, dass sich körperliches und kognitives Training auch positiv auf Demenz auswirkt."

Bisher sind alle Versuche, ein Medikament zur Heilung dieser Krankheit zu finden, gescheitert. Demenz, einschließlich Alzheimer - die häufigste von mehreren Formen von Demenz - bleibt unheilbar. Eine neue klinische Studie, die in Belgien durchgeführt wurde, hat nun erstmals gezeigt, dass kognitives motorisches Training sowohl die kognitiven als auch die körperlichen Fähigkeiten von Patienten mit signifikant beeinträchtigter Demenz verbessert.


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Die Forscher verwendeten in der Studie ein Fitnessspiel namens „Exergame“, das von der ETH Zürich Spin-off Dividat entwickelt wurde.

Ein Forscherteam hat 2015 gezeigt, dass ältere Menschen, die Körper und Geist gleichzeitig trainieren, eine bessere kognitive Leistung zeigen und damit auch kognitiven Beeinträchtigungen vorbeugen können. Diese Studie wurde jedoch nur an gesunden Probanden durchgeführt.

„Seit einiger Zeit wird vermutet, dass sich körperliches und kognitives Training auch positiv auf Demenz auswirkt“, erklärt der Forscher Eling de Bruin, der mit Patrick Eggenberger am Institut für Bewegungswissenschaften und Sport der ETH Zürich zusammengearbeitet hat. "In der Vergangenheit war es jedoch schwierig, Demenzkranke zu motivieren, sich über längere Zeiträume körperlich zu betätigen."

Um dies zu ändern, gründete Eva van het Reve, eine ehemalige Doktorandin der ETH Zürich, 2013 zusammen mit ihrem Doktorvater de Bruin und einer weiteren Doktorandin die Ausgründung Dividat.

„Wir wollten ein maßgeschneidertes Schulungsprogramm entwickeln, das das Leben älterer Menschen verbessert“, sagt van het Reve. Das Team entwickelte unterhaltsame Übungen, um Menschen mit körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen zur Teilnahme am Training zu ermutigen. Die Senso-Trainingsplattform war geboren.

Die Plattform besteht aus einem Bildschirm mit der Spielesoftware und einer Bodenplatte mit vier Feldern, die Schritte, Gewichtsverlagerung und Gleichgewicht messen. Die Benutzer versuchen, eine Abfolge von Bewegungen mit den Füßen auszuführen, wie auf dem Bildschirm angezeigt, sodass sie sowohl die körperliche Bewegung als auch die Bewegung trainieren können kognitive Funktion gleichzeitig. Die Tatsache, dass das Fitnessspiel auch Spaß macht, macht es einfacher, die Probanden zum regelmäßigen Üben zu motivieren.

Die Forscher rekrutierten 45 Probanden für die Studie. Die Probanden waren Bewohner von zwei belgischen Pflegeheimen, die zum Zeitpunkt der Studie durchschnittlich 85 Jahre alt waren und alle schwere Demenzsymptome aufwiesen.

„Die Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt“, erklärt de Bruin. "Die erste Gruppe trainierte acht Wochen lang dreimal pro Woche 15 Minuten lang mit dem Dividat Senso, während die zweite Gruppe Musikvideos ihrer Wahl hörte und ansah." Nach dem achtwöchigen Trainingsprogramm wurde die körperliche, kognitive und geistige Leistungsfähigkeit aller Probanden im Vergleich zum Studienbeginn gemessen.

Die Ergebnisse geben Demenzkranken und ihren Angehörigen Hoffnung: Das Training mit dieser Maschine verbesserte tatsächlich die kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis und Orientierung.

„Zum ersten Mal besteht die Hoffnung, dass wir durch gezieltes Spielen die Symptome der Demenz nicht nur verzögern, sondern auch schwächen können“, betont de Bruin.

Besonders auffällig ist, dass sich die Kontrollgruppe im Zeitraum von acht Wochen weiter verschlechterte, während in der Trainingsgruppe signifikante Verbesserungen zu verzeichnen waren.

„Diese äußerst ermutigenden Ergebnisse entsprechen der Erwartung, dass sich Demenzpatienten ohne Training eher verschlechtern“, fügt de Bruin hinzu.

Spielerisches Training wirkt sich jedoch nicht nur positiv auf die kognitiven Fähigkeiten aus, sondern die Forscher konnten auch positive Auswirkungen auf die körperlichen Fähigkeiten wie die Reaktionszeit messen. Nach nur acht Wochen reagierten die Probanden in der Trainingsgruppe signifikant schneller, während sich die Kontrollgruppe verschlechterte. Dies ist insofern ermutigend, als die Geschwindigkeit, mit der ältere Menschen auf Impulse reagieren, entscheidend dafür ist, ob sie einen Sturz vermeiden können.

Die von de Bruin geleitete Forschungsgruppe arbeitet derzeit daran, die Ergebnisse dieser Pilotstudie mit Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen zu wiederholen - a Vorläufer von Demenz. Ziel ist es, mithilfe von MRT-Scans die neuronalen Prozesse im Gehirn, die für die kognitive und körperliche Verbesserung verantwortlich sind, genauer zu untersuchen.

Die Forschung erscheint in Alzheimer-Forschung & Therapie. - Original-Studie

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